Hotelfotografie: Wie sich meine Arbeit durch spezielle Techniken abhebt

Fotografie, Hotellerie & Gastronomie, In eigener Sache

Seit einiger Zeit benutze ich bei der Hotelfotografie eine besondere Licht- und Bearbeitungstechnik. Der zeitliche Aufwand während des Fotoshootings und auch während der Bildbearbeitung ist zwar deutlich höher, aber es lohnt sich.

Einsatz von mehreren Blitzen

Statt nur eine Aufnahme vom Motiv zu machen, leuchte ich mit verschiedenen Blitzen gewisse Bereiche aus. Besonders effektiv ist zum Beispiel, einen Blitz über das Bett zu halten, welcher an die Decke bounced (Blitz wird zur weißen Decke gerichtet). Dadurch bekomme ich wunderbar ausgeleuchtete, weiße Bettwäsche zustande.

Aus 5 wird 1

Oft mache ich fünf oder mehr Aufnahmen pro Motiv, immer mit einer anderen Ausleuchtung. Später in der Bildbearbeitung setze ich dann die verschiedenen Aufnahmen aufwendig mit Photoshop zusammen (nicht vergleichbar mit der HDR-Fotografie!).

Durch diese Methode werden sogut wie alle Bereiche innerhalb des Raumes ausgewogen beleuchtet dargestellt. Darüber hinaus sind durch diese Methode mehr Details in Fenstern sichtbar.

Liebevolle Detail-Retusche

Neben der klassischen Bildbearbeitung, zu der auch der Weißabgleich und das Anpassen von Lichtern, Tiefen, Kontrast und der Faben gehört, bearbeite ich das Motiv mit viel Liebe zum Detail weiter:

– Bügeleisen: extreme Falten werden aus der Bettwäsche „gebügelt“

– TV: oft setze ich ein Bildmotiv in den Fernsehbildschirm ein

– Störende Elemente: Kabel, Lampen, Feuermelder, Flecken, etc. werden entfernt

Unterschiede deutlich erkennbar

Um den Unterschied zwischen einer unbeleuchteten, größtenteils unbearbeiten Aufnahme und einer Aufnahme mit meiner speziellen Licht- und Bearbeitungstechnik zu demonstrieren, habe ich ein paar Beispiele aus meinen letzten Fotoshootings in Venedig (7Days Premium Hotel), Bacharach (Ferienwohnungen vom Hotel Altkölnischer Hof), St. Goar (Romantik Hotel Schloss Rheinfels) und im Harz (Hotel Stolberger Hof) vorbereitet.

Schieben Sie mit gedrücketer Maustaste die vertikale Linie im Bild hin und her, um die Unterschiede zu sehen:

Bild oben: Hotelzimmer im 7Days Premium Hotel Venedig-Mestre
Bitte achten Sie vor allem auf diese Details: 
– Deutlich mehr Struktur im Fenster
– Kräftigere Farbgebung, vor allem am Boden
– Fleck an der linken Wand
– Elemente an der Decke

Bild oben: Rezeption und Lobby im 7Days Premium Hotel Venedig-Mestre
Bitte achten Sie vor allem auf diese Details:
– Deutlich mehr Struktur in den Fenstern
– Ausgewogene Beleuchtung des Fußbodens
– Nicht funktionierende Lampen wurden in der Bildbearbeitung „angeschaltet“
– Störende Elemente an der Decke wurden entfernt

Bild oben: Workspace im 7Days Premium Hotel Venedig-Mestre
Bitte achten Sie vor allem auf diese Details:
– Deutlich mehr Struktur im Eingangsbereich und den Fenstern
– Ausgewogene Beleuchtung an Decke, Boden und den Möbeln
– Störende Elemente an der linken Wand und Decke wurden entfernt

Bild oben: Eine Ferienwohnung des Hotel Altkölnischer Hof in Bacharach am Mittelrhein
Bitte achten Sie vor allem auf diese Details:
– Bild im Fernseher
– Deutlich mehr Struktur in den Fenstern
– In der Küche sind die Details deutlicher
– Ausgewogene Beleuchtung an Decke, Boden, den Möbeln und dem Badezimmer
– Störende Elemente an der Decke wurden entfernt

Bild oben: Fürstensuite im Romantik Hotel Schloss Rheinfels in St. Goar am Mittelrhein
Bitte achten Sie vor allem auf diese Details:
– Gemälde kommt deutlicher raus
– Deutlich mehr Struktur in den Fenstern
– Ausgewogene Beleuchtung an Decke, Boden und den Möbeln

Bild oben: Doppelzimmer im Romantik Hotel Schloss Rheinfels in St. Goar am Mittelrhein
Bitte achten Sie vor allem auf diese Details:
– Bettwäsche wurde „glatt gebügelt“
– Gemälde kommt deutlicher raus
– Deutlich mehr Struktur in den Fenstern
– Ausgewogene Beleuchtung an Decke, Boden und den Möbeln
– Das Treatment (Wein, Pralinen) wirkt klarer

Bild oben: Doppelzimmer Hotel Stolberger Hof in Stolberg/Südharz
Bitte achten Sie vor allem auf diese Details:
– Bettwäsche wurde „glatt gebügelt“
– Bild wurde in den Fernseher eingesetzt
– Deutlich mehr Struktur in den Fenstern
– Spiegelung im Bild an der rechten Wand ist weg
– Ausgewogene Beleuchtung an Decke, Boden und den Möbeln

Außenaufnahme aus mehreren Aufnahmen

Bei dieser Außenaufnahme habe ich die Lichttechnik nicht angewandt. Jedoch ist das finale Bild trotzdem aus verschiedenen Aufnahmen entstanden. Ich habe gut 20-30 Minuten an einer Stelle ausgeharrt und Aufnahmen mit verschiedenen Passanten gemacht. Diese habe ich dann auf dem finalen Bild ein- bzw. ausgeblendet. Außerdem wurden die stürzenden Linien der Gebäude begradigt und die Werbung der Mitbewerberhotels entfernt: